|
Um 4000 v.
Chr. wurden die ersten nachweisbaren Siedlungen auf der Insel
Mallorca gegründet. Am Anfang lebten die Bewohner in
Höhlen, die auch gleichzeitig als Grabstätte genutzt wurden,
allerdings begannen sie dann mit dem Bau von Navetas, dass
sind Gebäude aus Stein die eine Hufeisenform haben. Damit die
Bewohner sich versorgen konnten, gingen sie auf Jagd und
betrieben Landwirtschaft.
Durch den Fund von verschiedenen Materialien, wie Keramik und
Bronzegegenstände, vermutet man um 800 v. Chr. die ersten
Handelsbeziehungen mit anderen Mittelmeerinseln.
Da die Karthager eine Handelsniederlassung auf den Balearen
gründen, gewinnen sie dort an Einfluss. Sie lassen die
Bewohner, die für ihre Steinschleuderkünste bekannt waren, als
Söldner kämpfen.
In der Zeit der Punischen Krieg begannen die Bewohner mit
Piratenüberfällen auf Karthago, nachdem sie sahen, dass die
nordafrikanische Stadt keine Chance im Krieg gegen Rom haben.
Nach der Zerstörung Karthagos 146 v. Chr. wurden die Balearen
von den Römern unterworfen. In dieser Zeitraum begann für
Mallorca eine erste Blütezeit, da die Landwirtschaft und der
Handel gefördert wurde, außerdem wurden die Städte Palma und
Pollentia (heute Alcúdia) gegründet.
Nach dem Untergang des Römischen Reiches eroberten die
Vandalen die Balearen im Jahre 455 und zerstörten sogar ganze
Städte. Nachdem der Byzantiner Belisar die Vandalen in
Nordafrika besiegt hatte, wurde die Inselgruppe an das
byzantinische Reich angegliedert.
Ab dem Jahre 711 begann die arabische Herrschaft, der so
genannten Mauren, die bereits begonnen hatten Spanien komplett
zu erobern. Die Insel gehörte nun zu dem Hoheitsgebiet des
Emirates von Córdaba. Unter dessen Verwaltung kommt es zur
nächsten Blütezeit. In dieser Zeit vollenden die Mauren die
Bewässerungssysteme in der Landwirtschaft, führen neue
Nutzpflanzen (Reis, Baumwolle) ein und erbauen Bibliotheken,
öffentliche Bäder und Moscheen.
In den folgenden Jahren steht Mallorca unter den
verschiedensten Herrschaften, wie Almoraviden und Almohaden.
Im Jahre 1229 wird Mallorca von Jaume I., dem Herrscher über
Katalonien und Aragón, rückerobert. Die Eroberung fing bei der
Hauptstadt Medina Mayurqua an und ging über die gesamte Insel.
Nach einer fünfzigjährigen Regierungsdauer starb Jaume I. und
sein Sohn Jaume II. erbte das als Königreich ausgerufene
Mallorca. Allerdings wollte auch sein Bruder Pedro III., der
König von Aragón und Katalonien, seinen Anteil, die sich aber
erst sein Sohn Alfonsa III. aneignen konnte.
Im Jahre 1311 wird der Thron von Sancho I. übernommen, der ihn
aber bereits im Jahre 1324 an Jaume III. abgeben muss. In
dieser neuen Epoche wird der Ausbau der mallorquinischen
Flotte besonders gefördert, die zu einem stärkeren Handel im
Mittelmeerraum führt.
In der Schlacht von Llucmajor versucht Pere III. von Aragón
die Insel zurück zu gewinnen und es gelingt ihm. In der
folgenden aragonischen Herrschaft beginnt für Mallorca der
wirtschaftliche Niedergang, es herrscht Hunger und Pest auf
der Insel. Während der Ausbeutung durch den Stadtadel kommt es
zu Bauernaufständen, die die Judenverfolgung und Zerstörung
des Judenviertels in Palma zu folge haben.
Nach der Wiederentdeckung Amerikas im Jahre 1492 verliert
Spanien das Interesse an Mallorca und der Handel kommt zum
Erliegen. Durch diese neue Situation kommt es zum
wirtschaftlichen Niedergang Mallorcas. Auch in diesem
Zeitabschnitt wird die Insel von schweren Piratenangriffen
erschüttert, die jetzt allerdings mit Wachttürmen (Talaias)
verhindert werden sollen, außerdem kommt es zur Gründung neuer
Städte, die abseits der Küste liegen.

Burgtor in Alcudia |

Kloster Sant Salvador |
Durch die Neuordnung Spaniens in den Jahren 1701-1714, wird
Mallorca in das zentralisierte Verwaltungssystem
eingegliedert, d. h. Mallorca wird militärisch und
wirtschaftlich von Spanien abhängig.
Im Jahre 1901 wird das Gran Hotel auf Mallorca eröffnet, es
ist das erste Hotel, dass ausländischen Besuchern genügt.
Im Spanischen Bürgerkrieg 1936-1939 schließt sich Mallorca den
Nationalisten an, die unter der Führung von General Francisco
Franco stehen. In dieser Zeit kommt es zu vielen Morden an
Republik treuen Einwohnern. In den folgenden Jahren in denen
Franco ein diktatorisches Regime führt, wird Mallorca stark
von ihm beeinflusst. Er lässt ab 1959 einen Flughafen und
etliche Hotelkomplexe erbauen, damit sind die Grundsteine für
Tourismus gelegt. Bereits 1962 verbringen 1 Million Touristen
ihren Urlaub auf Mallorca, obwohl das Land eine faschistische
Diktatur ist.
Als Nachfolger von Franco, der 1975 stirbt, übernimmt König
Juan Carlos I. die Staatsgeschäfte und beginnt sofort mit der
Demokratisierung Spaniens. Unter seiner Regierung werden die
Balearen mit der Hauptstadt Palma de Mallorca im Jahre 1983
autonom.
Im Jahre 1993 werden erstmals 6 Millionen Besucher, darunter
3,5 Mio. Deutsche, pro Jahr gezählt. In den folgenden Jahren
wird auf Mallorca die Insel- und Tourismusinfrastruktur
erheblich verbessert. Ein Reiseboom setzt ein, der bis heute
ununterbrochen anhält. |